Interpretation von “Der Geier” von Franz Kafka

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Analyse, Interpretation und Inhaltsangabe von Franz Kafkas “Der Geier”:

In der Erzählung von Franz Kafka “Der Geier” geht es um einen Mann und einen Geier, wobei dieser immer wieder auf die füße des Mannes einhackt. Nach einiger Zeit kommt ein Herr vorbei und möchte ihm nach einiger Zeit helfen.
Diese Parabel kann man in 3 Abschnitte gliedern. Im ersten wird beschrieben wie der Mann vom Geier belästigt wird und wie er sich fühlt. Im nächsten Abschnitt wird der Herr beschrieben und wie es zum Dialog kommt. Und im Letzten beschreib Kafka wie der Hauptdarsteller von dem schlauen Geier getötet wird, und selbst stribt.
Der Text gut verständlich und beinhaltet viele Haupsätze. Es wird in der Ich-Form erzählt und es kommt in der Mitte des Textes zum Dialog zwischen Herr und Mann.
Zum ersten Abschnitt lässt sich sagen, dass der Geier ohne ersichtlichen Grund auf die Füße des Mannes einhackt(Z.3: “Immer schlug er zu…und setzte dann die Arbeit fort.”). Doch der Hauptdarsteller gibt auch zwei Schachen zu verstehen, einmal das er nicht vor dem Geier fliehen kann bzw. will und das er völlich wehrlos gegen das Tier ist(Z.6:”Ich bin ja wehrlos,…”).
Im zweiten Abschnitt kommt es langsam zum Gespräch der beiden (Z.6-19) und der Herr schlägt vor dem Wehrlosen zu helfen und weiß eine Lösung(Z.12:”ein Schuß und der Geier ist erledigt.”). Der Mann nimmt das Angebot an und bittet ihn es zu versuchen(Z.17:”Bitte, veruchen Sie es für jeden Fall”). Doch muss der Herr erst sein Gewehr holen und lässt ihn fürs erste allein.
So ist der Mann im dritten Abschnitt allein auf sich gestellt und stirbt schließlich. Denn der Geier hatte alles mit angehört und vertanden was die Männer sagten(Z.21:”Jetzt sah ich das er alles verstanden hatte…”). So tötet der Geier den Menschen und stürtzt sich selber in den Tod(Z.26:”…überfließenden Blut unrettbar ertrank.”)
Ich gehe davon aus das Franz Kafka diese Erzählung im Jahre 1920 schrieb und somit zu dieser Zeit krank war. So könnte der Geier die Krankheit sein mit der er lebt, denn ein Geier symbolisiert für mich Aas, also totes Fleisch. So könnte der Mann Franz Kafka sein welcher dei Karnkheit akzeptiert hat und ihr nicht mehr zu entfliehen versucht. Außerdem währe der Herr dann der Arzt, welcher eine Lösung vorschlägt, doch diese zu spät kommt(Z.15:”…noch eine halbe Stunde warten?”). Und somit schrieb Kafka die Parbel , um sich vielleicht weniger Angst vor dem Tod zu machen, denn wenn man stirbt währe er dann von der Krankheit befreit(Z.24:”…fühlte ich befreit…”).
Dieser Text ist sehr gut verständlich und bringt vielleicht manchen Leuten zum Ausdruck, dass sie weniger Angst vor dem Tod haben sollten.

 

Eine weitere Interpratation zu “Der Geier” findet ihr hier: Der Geier Interpretation

 

Gedichtinterpretation schreiben

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Die Gedichtinterpretation ist fester Bestandteil der schulischen Oberstufe. Studierende der sprachlichen Fächer werden ihr ebenfalls häufig begegnen. Wenn man sie nicht jeden Tag anfertigen muss, kann sie eine echte Herausforderung sein und man hangelt sich gerne an einer Anleitung entlang, sodass man keinen Schritt vergisst und alle Elemente berücksichtigt, die das Gedicht ausmachen. Eine stichpunktartige Kurzform der Anleitung, welche das Vorgehen beim Schreiben einer Gedichtsinterpretation genau beschreibt, ist am Ende dieser Erklärung eingefügt.

Lesen und verstehen
Der erste Schritt besteht darin, das Gedicht zu lesen und seine Grundaussage zu verstehen. Man muss dazu zwischen den Zeilen lesen und vielleicht Wörter oder Wendungen nachschlagen, die Entstehung des Gedichts nachvollziehen oder sie in einen anderen Zusammenhang setzen. Wichtig fürs Verständnis sind auch die Stilmittel, weshalb man in diesem Schritt diejenigen herausschreiben sollte, die zur Interpretation beitragen.

Formalitäten klären
Muss man eine Interpretation schreiben, klärt man zunächst ab, worum es sich handelt. Das bedeutet, dass man einen Einleitungssatz benötigt, der den Inhalt kurz und knapp wiedergibt, aber auch eine Analyse der Gedichtform. Die Gedichtanalyse stützt sich auf diese, weshalb man am besten damit beginnt und knapp, aber vollständig abklärt, in welcher Form das Gedicht vorliegt. Strophenzahl, Verse oder Reimschemata werden in diesem Schritt berücksichtigt.

Systematisch deuten
Eine Interpretation schreiben ist nicht immer einfach. Deshalb erstellt man sich am besten vorher selbst eine Anleitung, an die man sich hält. Wenn Einleitung und Form abgehandelt sind, geht es um die Deutung, bei der man systematisch vorgehen sollte. Es empfiehlt sich, die Gedichtinterpretation nach Möglichkeit von Anfang bis Ende durchzuführen, da man so nicht den Überblick verliert. Parallelen kann man dann ziehen, wenn man die entsprechenden Stellen erreicht hat, doch je linearer man vorgeht, desto einfacher wird es, den roten Faden zu wahren.

Fakten und Interpretationen
Zunächst müssen zu jeder These die Fakten dargelegt werden, d.h. jede These muss gut begründet sein. Dies geschieht mit einem direkten oder indirekten Zitat (Zeilennummerangabe nicht vergessen!). Ob man nun ein Stilmittel beschreibt oder eine Deutung einleiten möchte, die beste Möglichkeit ist ein Zitat aus dem Gedicht. Sobald es genannt wurde, kann man zur eigentlichen Interpretation schreiten oder gegebenenfalls weitere Zitate nutzen, um die eigene Auffassung zu untermauern. Bevor man die endgültige Fassung niederschreibt, sollte man die These überprüfen und hinterfragen, ob sie stimmig ist. Wenn sie logisch und einleuchtend klingt, überprüft man die Belege und Zitate daraufhin, wie aussagekräftig sie sind und ob sie noch Lücken lassen. Thesen müssen rundum abgesichert sein.

Der Schlussteil
Ist die Gedichtanalyse abgeschlossen, braucht der Aufsatz noch einen aussagekräftigen Schluss. Dieser darf ruhig länger sein als die Einleitung. Er soll nochmals wiedergeben, worum es thematisch gehtund die Überlegungen abschließen. Er kann daher als Fazit gedacht sein und auf die Einleitung zurückkommen. Man kann aber auch eine eigene Meinung einbringen oder eine Prognose darüber fällen, wie sich der dargestellte Sachverhalt aus dem Gedicht in der Zukunft auswirken könnte. In jedem Fall sollte man sich auf die Erkenntnisse der Gedichtanalyse stützen und nichts Neues hinzufügen, da man diese Thesen ebenfalls erst wieder belegen müsste. Der Schluss bildet den Abschluss und darf höchstens eine eigene Meinung enthalten, wenn in ihm noch weitergedacht werden soll.

Kurzanleitung

Aufbau:

- Einleitung.
kann unterschiedliche Aspekte beinhalten: Dichter, Epoche, Thema des Gedichts, aktueller Anlass oder Zitat zum Thema des Gedichtes

- Inhaltsangabe.

- Analyse und Interpretation
Beantwortet und analysiert folgende Fragen und deutet dabei immer gleich im Anschluss die Ergebnisse
Beachtet hierzu unsere Hilfe zur Gedichtinterpretation
Reihenfolge dieser zu beantwortenden Fragen muss nicht eingehalten werden.

  • Wie ist der Aufbau des Gedichts?
  • Aus welcher Zeit bzw. Epoche stammt das Gedicht? GIbt es epochenspezifische Motive?
  • Welche Reimart herrscht vor kommen vor?
  • Welches Metrum hat das Gedicht?
  • Hat das Gedicht eine bestimmte Klangfarbe?
  • Wer ist das lyrische Ich?
  • Wie ist die Wirkung des Gedichts?
  • Ist die Sprache eher schlicht, ausgeschmückt oder kompliziert?
  • Wer ist der Autor und ist seine typische “Handschrift” zu erkennen? Bezug auf Lebenslauf des Autors?

- Schluss.

 

 

 

Hilfe zur Gedichtsinterpetation (Stilmittel, Reimformen, Metrum, Gedichtsform, etc.)

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Jeder Schüler der gymnasialen Oberstufe kommt mal in die Verlegenheit, für das Fach Deutsch eine Gedichtnterpretation schreiben zu müssen. Hier geben wir entsprechende Hilfe bei der Erstellung einer Gedichtinterpretation, wie Stilmittel, Gedichtformen, Metrum, Reimformen.

Stilmittel:

- Alliteration: z.B. dirty dancer (in einem Vers)
- Anapher:    Die Blume…
Die Blume…
(verschiedene Verse)
- Antithese: Gegenüberstellung (Weisheit und Torheit, Laster und Tugend)
- Asyndeton: unverbundenes Nebeneinander (Kinder jammern, Mütter irren)
- Chiasmus: Überkreuzstellung (Kunst ist lang, kurz ist leben)
- Chiffre: nicht eindeutig zu enträtselndes Bild, das durch Zusammenhang deutlich wird (habe blaues Klavier, und kenne doch keine Note)
- Ellipse: Wort (Prädikat) fehlt
- Euphemismus: Beschönigung
- Hyperbel: Übertreibung
- Inversion: Umstellung Wörter (zur Hervorhebung)
- Litotes: Hervorhebung durch Untertreibung, Verneineinung des Gegenteils drückt positives aus (Das ist nicht übel)
- Metapher: bildhafter, im übertragenen Sinne gebrauchter Ausdruck (Flussbett, Fuß des Berges)
- Metonymie: Namensvertauschung (Autor statt Werk)
- Neologismus: Neuschöpfung eines Wortes
- Onomatopoesie: Klangmalerei
- Personifikation: lebloser, abstrakter Begriff wird lebendig gemacht
- Symbol (Taube- Freiheit)
- Synästhesie: Verbindung unterschiedlicher Sinneswahrnehmungen
- Vergleich: so- wie

Verhältnis von Vers und Satz

- Zeilenstil: Satzende und Versende stimmen überein, der Vers schließt mit einer Pause
- Enjambement: Zeilensprung: überspringt das Versende und setzt sich im folgenden Vers fort–> keine Pause am Versende
- Hakenstil: Folge von Enjambements: durch übergreifende Satzbögen Verse verhakt

Reim

- Endreim:
-> Paarreim: aa
-> Kreuzreim: abab
-> umarmender Reim: abba
-> Schweifreim: aabccb
-> dreifache Reimreihe: abcabc
-> Haufenreim: aaa
- Binnenreim: zwei oder mehrere Wörter in einem Vers reimen sich
- Anfangsreim: erste Wörter zweier Verse reimen sich
- Schlagreim: zwei unmittelbar aufeinander folgende Wörter reimen sich
- Assonanz: unreiner Reim-> nur Vokale, aber nicht Konsonanten stimmen überein (sagen- Raben)
- Stabreim= Alliteration

Versmaß/ Metrum

- Jambus: steigend xX (Gedicht)
- Trochäus: fallend Xx (Dichter)
- Anapäst: steigend xxX
- Daktylus: fallend Xxx
Strophenformen

- Distichon: zwei Verse
-> daktylischer Vers mit 6 Versfüßen (Hexameter)
-> daktylischer Vers mit 5 Versfüßern (Pentameter)
- einfache Liedstrophe: vierzeilige Strophe
-> alternierender Metrum (regelm. Wechsel von x und X)
-> Reimbindung von mind. 2 Versen (abac…)
- Sestine: 6- zeilige Strophe
-> regelmäßiges Reimschema (aabbcc, ababcc)
- Verspaarkette:
- Folge von Verspaaren
- Verbunden durch Paarreim (aa)

Gedichtformen:

- Ode:
- reimlos
- lange Gedichtform
- strophisch
- evtl fester Metrum
- hoher, pathetischer Sprachstil
-> passend zur Würde und Größe der behandelten Themen
- Ballade:
- Tendenz zu festem Metrum
- längere Gedichtform
- erzählender Charakter
- strophisch
- regelmäßig gegliedert
- Reim
- Hymne:
- feierlicher Preis- und Lobgesang
- verwand mit Ode
- keine formalen Regelmäßigkeit (Strophenbau, Rhythmen, Reim)
- Ausdruck hoher Begeisterung
-Sonett:
- formale Zäsur (Einschnitt) zwischen Quartetten und Terzetten korrespondiert mit inhaltlichem Kontrast
- Quartetten (2 4- zeilige Strophen)- abba/abba
- Terzetten (2 3- zeilige Strophen)- cdc/dcd, cde/ cde, ccd/eed

Phrasen für eine Gedichtanalyse:

- Das Gedicht “xy”, welches von xy im Jahr xy verfasst wurde, hinterlässt beim ersten Lesen das Gefühl von…
- Beim Lesen des Gedichts entsteht bei mir der Eindruck, dass…
- … wird deutlich durch ausdrucksstarke Adjektive
- syntaktische Regelmäßigkeit
- Das Metrum entspricht dem Inhalt insofern, dass der leichte Rhythmus zum (verträumten uns sehnsüchtigen) Verhalten des Erzählers passt
- Atmosphäre im Gedicht erscheint…
- gefühlsbedingter Ausruf: Evokation
- Sattzzeichenänderung?
- Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ballade … widerspiegelt
- Mir gefällt das Gedicht gut, weil…

Für eine ausfühliche Beschreibung, wie man eine Gedichtanalyse verfasst besucht auch:

Gedichte interpretieren – Eine Anleitung, wie man Gedichte interpretiert

Interpretation der Ringparabel – Nathan der Weise

Author: admin  //  Category: Deutsch, Interpretation, Nathan der Weise

 

Die Ringparabel ist ein wichtiger Teil des von Gotthold Ephraim Lessings verfasstem Stück „ Nathan der Weise“.In ihr lässt der Sultan Saladin den Juden  Nathan zu sich holen und fragt diesen, welche der drei monotheistischen Religionen er für die wahre halte. Nathan bemerkt sofort, dass er nun in einer Zwickmühle steckt.Wählt er seine Religion, das Judentum aus, stellt er sich damit offenkundig gegen den muslimischen Herrscher. Versucht er dies mit der Erwählung des Islam zu verhindern, verleugnet er seine eigene Abstammung.
Nathan entschließt sich zu einer List, um die drohende Gefahr abzuwenden und erzählt Saladin ein Gleichnis.In diesem geht es um einen Ring, der angeblich die magische Kraft besitzt, seinen Träger „ vor Gott und Menschen angenehm zu machen“ (Vers 1916 f.). Dieses Schmuckstück  wurde über viele Generationen hinweg vom Vater an den Sohn vererbt, welchen er am meisten liebte.Doch einer der Väter hat sich nun in einem Dilemma befunden: Er hat alle drei Söhne gleich geliebt, deshalb ließ er zwei Duplikate anfertigen und überreichte jedem Sohn einen Ring, mit der Versicherung, dieser sei der Echte.
Die drei Söhne gehen nach dem Tod ihres Vaters vor Gericht, um endlich Gewissheit zu erhalten. Jedoch sieht sich der anwesende Richter außerstande, den wahren Ring zu ermitteln. Schließlich meint er, dieser sei womöglich verloren gegangen, da sich bei keinem der Drei dessen Kräfte zeigen. Am Ende rät er ihnen, sich einfach so zu verhalten, als ob jeder den Wahren hätte und so dessen Wirkung herbeizuführen.

Die in der Parabel vorkommenden Personen kann man als Symbole sehen: Der Vater für den gütigen Gott, die drei Ringe für die drei monotheistischen Religionen, die drei Söhne für deren Gläubigen und der Richter für Nathan selbst. Eine Deutungsmöglichkeit wäre demnach, dass Gott allumfassende Liebe zu Menschen aller Konfessionen  gleichermaßen pflegt, da alle existierenden  Religionen  und alle Menschen sein Werk  seien. Allerdings ist es auch sehr wahrscheinlich, dass der von Nathan zuallererst genannte Mann, der erste Ringbesitzer („Vor grauen Jahren lebt´ ein Mann im Osten, /Der einen Ring von unschätzbarem Wert´/Aus lieber Hand besaß.) ( Vers 1911 ff.) Gott darstellt. Der Grund hierfür ist, dass Gott selbst  den Ring andernfalls von seinem Vater erhalten erhalten hätte müssen, was in der Vorstellung dieser Religionen unmöglich erscheint.Am Ende der Parabel spricht Nathan von einem anderen Richter, vor den der erste die Kinder und Kindeskinder der drei Brüder laden wird: “So lad ich über tausend tausend Jahre / sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird / ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen / als ich; und sprechen. (…)”  ( Vers 2050 f.)Diese tausend mal tausend, also eine Million Jahre, verweisen auf einen endzeitlichen Richter. Am Tag des Jüngsten Gerichts selbst wird Gott ein Urteil über sie fällen. So steht Gott als Vater und als Richter am Anfang und am Ende der Parabel, nach jüdisch-christlicher Auffassung. Die Frage, woher er selbst den “echten” Ring hat, ist dann ebenfalls überflüssig.. Gott überwindet die Zeit selbst, er hat ihn sozusagen schon vor dem Tage der Schöpfung.
Ohne die Richterszene würde der Ringparabel die Pointe und auch die Moral der Geschichte fehlen. Sie ist ein Kernstück, oder besser gesagt das Kernstück des gesamten Werkes. Wäre sie nicht vorhanden, würde der Leser annehmen, es gäbe nicht einmal einen Konflikt zwischen den drei Brüdern, ein völlig anderer Sinn entstünde. Der zuvor genannte Konflikt zieht sich wie ein roter Faden durch das Drama, beispielsweise im Falle Dajas, welche ihrem Arbeitgeber Nathan vorwirft, die ursprünlich christliche Recha wie ein jüdisches Kind erzogen zu haben. Erst gegen Ende gelingt es, diese Grenzen zu überwinden.

Man kann auch eine andere Lehre daraus ziehen: Die Menschen sollen endlich dieses Konkurrenzdenken aufgeben, dass nun auch Einzug in die Welt des Spirituellen gehalten hat. Der Glaube, es gäbe nur eine, „ vollkommene“ Religion, führt zu Fanatismus, Fundamentalismus und Ausgrenzung. Außerdem sollten Menschen nicht ihre Eltern für eventuellen vererbten „ Irrglauben“ verantwortlich machen. Der  Glaube ist eine höchst subjektive Angelegenheit. Da das Maß der Echtheit des ersten Ringes darin zu sehen ist, dass er “beliebt macht vor Gott und Menschen”, wäre jeder Ring echt, der dies erfüllt; jeder unecht, der dies nicht erfüllt. Keiner der Brüder aber zeigt zu diesem Zeitpunkt auch nur den Ansatz eines Verhaltens oder einer Einstellung, die dieser Bezeichnung gerecht wird. Ein Maßstab für die „ Qualität“ einer Religion seien  danach  nicht die exakte Auslegung der Glaubenssätze, sondern vielmehr die von ihren Anhängern gelebte Liebe und Güte.
Die Frage nach der Echtheit eines Ringes ist also im Prinzip unbedeutend, da ein solcher überhaupt nicht existiert. Es wird ihn immer erst dann geben, wenn der Mensch, von dem der Begriff Religion ja erst erschaffen wurde, ihn zu einem macht.Mit seiner Antwort weist also Nathan Saladins Frage nach der „einzig wahren Religion“ zurück.

Das Gleichnis  welches Nathan dem Sultan Saladin erzählt, soll seine Frage  auf eine indirekte Weise beantworten und  zugleich zurückweisen, da nach Nathan  jeder Mensch seine eigene, subjektive Antwort auf diese große Frage finden müsse, ohne die Richtigkeit anderer Weltanschauungen in Frage zu stellen.

Weitere Interpretationen und Analysen sind unter anderem hier zu finden:

Nathan der Weise Interpretation – Eine weitere Interpretation

Nathan der Weise Schlussszene – Es wird die Schlussszene analysiert und interpretiert

 

 

 

Willkommen und Abschied (Interpretation)

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Das von Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1789 überarbeitete Gedicht „Willkommen und Abschied“ gehört zur Gattung der Liebeslyrik. Es handelt von dem Treffen zweier sich liebenden Personen. Der erste Eindruck nach dem Lesen und die Stimmung in dem Gedicht sind sehr emotional.

Das Gedicht besteht aus 4 Strophen mit jeweils 8 Versen. Pro Strophe finden sich 4 Kreuzreime mit dem Reimschema ababcdcd. Unsauberkeiten in den Reimen sind in Strophe 3 beim a- und c-Kreuzreim und in Strophe 4 beim d-Kreuzreim vorhanden. Das verwendete Metrum ist der Jambus. Es wird aus der Perspektive des lyrischen Ichs geschrieben. Die bis auf eine Ausnahme verwendete Erzählzeit ist das Präteritum. Allerdings findet sich eine Abweichung in die Gegenwart, nämlich in Strophe 4, Vers 2.

In der 1. Strophe (Zeile 1-8) beschreibt der Autor seine Umgebung.
Johann Wolfgang Goethe schreibt das Gedicht aus der Sicht des lyrischen Ich („mein“). Sein Herz „schlug“. Das ist ein Zeichen dafür, dass er voller Leben ist, vielleicht auch aufgeregt, denn er reitet „geschwind“. Dass „der Abend … schon die Erde“ wiegt, zeigt, dass es langsam dunkel wird, „an den Bergen“ ist es schon Nacht. An dieser Stelle verwendet er die ersten Personifizierungen („Abend wiegt“, „hing die Nacht“). Der Nebel legt sich auf die Erde nieder, die Eiche wirkt wie „ein aufgetürmter Riese“. Jetzt wird eine Metapher verwendet. Alles ist gruselig, finster und unsicher. Er kann auf Grund der „Finsternis“ nicht sehen, was in „dem Gesträuch“ vor sich geht. Das ist eine Art Unsicherheit. Er fühlt sich beobachtet („hundert schwarze Augen“). Es ist oft so, dass man sich im Dunkeln unsicher fühlt, weil man nicht weiß, wo die Gefahr lauert. Man vermutet sie überall, fühlt sich beobachtet, als ob die „Finsternis … hundert schwarze Augen“ habe. Die Finsternis ist ein Symbol für die Unsicherheit, welche er verspürt-

In der 2. Strophe (Zeile 9 –16) berichtet er weiterhin von seiner Umgebung, jedoch kommt jetzt noch sein Gefühl dazu.
Er sieht, wie der „Mond … kläglich aus dem Duft hervorschaut“- Mit „Duft“ ist der Nebel gemeint. Der Mond „sah“ (Personifizierung) „kläglich“ hervor. Das wirkt auf ihn vermutlich so, weil der Mond von Nebel umgeben ist. Er hat nicht wie sonst eine klare Sicht zum Mond, sondern alles ist verschleiert. Der Wind weht ihm „schauerlich“ um die Ohren. Das verstärkt noch das Gefühl des Grusels in ihm. Er schreibt, dass die „Nacht … Ungeheuer“ schuf. Das kommt ihm vermutlich so vor, weil er so achtsam ist und sich so sehr darauf konzentriert, was passiert, dass er sich schon Sachen einbildet. Doch er ist nicht so verängstigt, dass er zurückkehrt. Nein, sein Mut ist „frisch und fröhlich“. Das lässt vermuten, dass ihn an seinem Ziel etwas Großartiges erwartet, in seinen „Adern“ brennt „Feuer“. Dieses Feuer ist ein Symbol für Adrenalin. Er hat zwar Streß (Ungewissheit der Dunkelheit), jedoch ist es ein positiver Streß, denn am Ende erwartet ihn etwas Tolles, dem er mit Leidenschaft („in meinem Herzen welche Glut“) entgegenfibert.

In der 3. Strophe (Zeile 17-24) beschreibt er das Treffen mit ihr.
An dieser Stelle nimmt das Gedicht eine Wende. Aus der Einsamkeit wird eine Zweisamkeit. Jetzt erzählt das lyrische Ich nicht mehr, sondern spricht jemanden direkt an („Dich sah ich“). Aus der Unsicherheit wird nun eine „milde Freude“, somit genau ein Gegensatz. Statt der „schwarzen Augen“ (1. Strophe) trifft ihn nun ein „süßer Blick“. Sein „Herz“ ist an ihrer Seite „ganz“. Es ist nicht mehr geteilt von der Unsicherheit und der Vorfreude, sondern nur noch von „milder Freude“ erfüllt. Es gibt für ihn nur noch sie, alles andere zählt nicht mehr. „Jeder Atemzug für“ sie. Dies zeigt seine große Liebe zu ihr, welche keine Grenzen kennt. Nun sieht er nur noch durch die rosarote Brille. Trotz Dunkelheit sieht er „ein rosafarbenes Frühlingswetter“. Er ist von „Zärtlichkeit“ umgeben. An dieser Stelle spricht er die „Götter“ an. Er hat es „gehofft“, aber nicht „verdient“, wie er meint. Dies lässt vermuten, dass es für ihn so schön ist, dass er nicht versteht, womit er so etwas schönes verdient habe.

In der 4. Strophe (Zeile 25-32) geht es um den schmerzvollen Abschied der Geliebten.
Es wird Morgen („Morgensonne“) und der Abschied kommt. Es ist sehr schmerzvoll für das lyrische Ich. Dies zeigt sich daran, dass es ihm das Herz „verengt“. Ihre Küsse waren eine Wohltat („Wonne“), doch nun ist es „Schmerz“. An dieser Stelle wird wieder ein Gegensatz verwendet. Nun bekommt auch die Überschrift des Gedichtes „Willkommen und Abschied“, in der auch ein Gegensatz steckt, einen Sinn. Erst verspüren sie die Freude des Wiedersehens („Willkommen“), nun den „Schmerz“ der Trennung („Abschied“). Als er geht, steht sie da und sieht „zur Erde“. Dies zeigt die Niedergeschlagenheit, sie lässt den Kopf hängen. Sie hat einen „nassen Blick“. Dies bringt ihre Traurigkeit verstärkt zum Ausdruck. Für ihn steht über der Traurigkeit das „Glück, geliebt zu werden“. Für ihn ist die kurze Zeit der Freude wichtiger, als die lange Zeit ohne sie. Er freut sich, dass er die schöne Zeit erleben durfte und weint nicht, dass sie vergangen ist. Er empfindet es als „Glück“ zu „lieben“. Hier spricht er wieder die Götter an, wahrscheinlich um ihnen für die Fähigkeit zu lieben zu danken.